Kunst im öffentlichen Raum
in den Boden eingelassenen Nirosta-Vitrine, Emailschilder, alte Schlüssel, 2008
430 Menschen, die in der Servitengasse gewohnt haben.
430 Menschen, die „verschwunden wurden“.
430 Namen, die vergessen worden sind.
430 Menschen, deren Namen wiederentdeckt wurden.
430 Namen, die an ihre Träger und deren Schicksal erinnern.
Eine im Boden eingelassene Glasvitrine, deren Inneres – gleich einer Ausgrabung – unter dem Bodenniveau der Servitengasse liegt. Der Betrachter blickt so wie durch ein Zeitfenster in die Vergangenheit, die wieder zu Tage gebracht wurde.
Was er sieht, sind Schlüssel mit Namensschildern. Es sind die Namen all jener jüdischen Bewohner der Servitengasse, die Opfer des Nationalsozialismus wurden – Menschen, deren Namen und Schicksale in Vergessenheit geraten bzw. „unter den Boden gekehrt“ worden sind.
Die Schlüssel liegen dort, als seien sie den Bewohnern abgenommen und achtlos zusammengeworfen worden. Aus einem einfachen Schlüssel wird ein Menschenschicksal, aus der Menge der Schlüssel das Schicksal einer ganzen Generation.
Die Schlüssel symbolisieren, dass diese Menschen hier einst gewohnt haben. Zugleich wird durch sie aber auch ein direkter Bezug zur Gegenwart hergestellt: Die Schlüssel wurden nicht neu gekauft, sondern von den jetzigen Bewohnern der Servitengasse zur Verfügung gestellt.
Es wurde – in Zusammenarbeit mit Kunst im öffentlichen Raum Wien – ein zweistufiger Wettbewerb für Studentinnen und AbsolventInnen der Universität für angewandte Kunst ausgerufen. Das Gedenksymbol „Schlüssel gegen das Vergessen“ belegte den ersten Platz und wurde vor Ort im 9. Bezirk in Wien ausgeführt.
Public art in urban space
Recessed stainless steel display case set into the ground, enamel signs, old keys, 2008
430 people who lived on Servitengasse.
430 people who were “disappeared.”
430 names that were forgotten.
430 people whose names have been rediscovered.
430 names that recall their bearers and their fates.
A glass display case embedded in the ground, its interior—like an excavation—lying below the street level of Servitengasse. The viewer looks, as if through a window in time, into a past that has been brought back to light.
What they see are keys with name tags. These are the names of all those Jewish residents of Servitengasse who became victims of National Socialism—people whose names and fates had been forgotten or “swept under the rug.”
The keys lie there as if they had been taken from the residents and carelessly thrown together. A simple key becomes a human fate; the multitude of keys becomes the fate of an entire generation.
The keys symbolize that these people once lived here. At the same time, they establish a direct connection to the present: the keys were not newly purchased, but provided by the current residents of Servitengasse.
In collaboration with Kunst im öffentlichen Raum Wien, a two-stage competition was announced for students and graduates of the University of Applied Arts Vienna. The memorial symbol “Keys Against Forgetting” was awarded first place and realized on site in Vienna’s 9th district.
Wichtige Links:
Verein „Servitengasse 1938“
KÖR












